Spenden 2020

Auch unter den diesjährigen Bedingungen gab es einen Tag für Afrika. 

Die Kinder unserer Schule haben insgesamt € 1251,16 gesammelt, den wir wie immer aufgeteilt haben, um unsere beiden Partnerprojekte in Sierra Leone und Kenia zu unterstützen. 

Im Oktober 2020 haben wir dann diesen Brief aus Sierra Leone bekommen: 

Liebe Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wüsting,
ich heiße Hanna und leite das Projekt Salone Dreams in Sierra Leone. Im Sommer habt ihr wieder fleißig Spenden für uns gesammelt. Dafür möchte ich mich bedanken – vielen Dank für euren Einsatz!
Für euch hat sich mit dem Corona-Ausbruch vieles in der Schule verändert. Vor allem nach den Osterferien, als die Schulen ganz ausfielen. Auch in Sierra Leone wurden die Schulen geschlossen. Sogar für sechs Monate, denn erst Anfang Oktober machen die Schulen wieder auf. Ich habe mit einem Kind aus unserem Projekt gesprochen. Zusammen mit ihrem Vater hat sie mir erzählt, wie die letzten Monate für sie waren.
Sie heißt Ursula und ist sechs Jahre alt. Sie ist gerade in die zweite Klasse gekommen.
„Ich mag die Schule. Schon im Kindergarten habe ich mich darauf gefreut, endlich in die erste Klasse zu kommen. Damit habe ich endlich meine erste Schuluniform bekommen!
Im Februar haben wir zum ersten Mal etwas von dem Coronavirus gehört und kurz danach hat mein Lehrer gesagt, dass die Schule zumacht. Ich war sehr traurig, denn wie soll ich lernen, wenn ich nicht in die Schule gehe? In meiner Schule gibt es kaum Bücher und zu Hause haben wir auch keinen Computer oder Tablet, mit dem ich lernen konnte.
Dann hat unser Nachbar erzählt, dass es Unterricht im Radio gibt – für jede Klasse eine halbe Stunde pro Tag. Die Zeit für die erste Klasse war von 10.00 bis 10.30 Uhr. Manchmal war der Empfang schlecht oder es gab keinen Strom. An denen Tagen konnte ich dem Unterricht nicht folgen. Zum Glück hat mein Vater mir bei den Aufgaben geholfen, denn es war oft schwierig.
Im Juni haben einige Lehrer angefangen, Privatunterricht für bis zu fünf Schüler zu geben. Salone Dreams hat den Unterricht für alle Kinder bezahlt. Deshalb war ich sogar in den Sommerferien jeden Tag für zwei Stunden beim Privatunterricht. Und es gab noch Hausaufgaben für zu Hause.
Ursula in ihrer Schuluniform. Jetzt geht sie endlich wieder zur Schule.
Ursula beim Privatunterricht.
Mein Lehrer hat gesagt, dass viel gelernt habe und er mich in die zweite Klasse versetzt. Ich freue mich, dass ich bald wieder viele meiner Klassenkameraden wiedersehe.“
Auch in Sierra Leone müssen alle Menschen eine Maske tragen und sollen sich oft die Hände waschen. Allerdings haben viele Menschen in Sierra Leone keine Wasserleitung, die in ihr Haus führt. Sie müssen sich Wasser vom nächsten Brunnen holen. Für Ursula bedeutet es, dass sie jeden Tag einen Eimer mehr vom Brunnen holen muss – insgesamt nun drei pro Tag.
Dazu lässt sie einen Eimer an einem Seil in den Brunnen herab, bis er sich mit Wasser gefüllt hat. Dann zieht sie den Eimer wieder hinauf, setzt ihn auf den Kopf und läuft etwa 400 Meter bis zu ihrem Haus.
Viele Grüße senden euch Ursula und Hanna!